@alex_lnfrmnn postete auf Instagram:
Viele Menschen haben eine genaue Vorstellung davon, wie eine trauernde Mutter aussehen sollte. Ich passe nicht in dieses Bild.
Leise.
Gebrochen.
Zurückgezogen.
Eine Frau, deren Leben an dem Tag stehen geblieben ist, an dem ihr Kind gestorben ist.
Vielleicht eine Mutter, die nur noch schwarz trägt. Die kaum lacht. Die am liebsten unsichtbar wäre. Still am Rand, damit ihre Trauer für andere leichter auszuhalten ist.
Ich bin eine trauernde Mutter. Mein Sohn ist tot. Und trotzdem lache ich. Ich erlebe schöne Momente. Ich lebe.
Nicht, weil ich weniger liebe. Sondern weil ich mit dem leben muss, was mir passiert ist.
Dieses Schicksal habe ich mir nicht ausgesucht. Niemand entscheidet sich freiwillig dafür, sein Kind zu verlieren.
Und trotzdem stehe ich heute im Mittelpunkt. Mit Tims Geschichte. Mit meiner Trauer. Mit einem Thema, über das viele lieber schweigen würden.
Dabei bin eigentlich nicht ich die Hauptfigur dieser Geschichte.
Der wahre Verlierer ist Tim.
Er ist der, der sein Leben verloren hat. Und gleichzeitig ist er ein Held. Ein junger Mensch, der durch seine Organspende sechs anderen Menschen das Leben gerettet und ihnen eine neue Chance geschenkt hat.
Ich spreche seinen Namen laut aus und stelle ihn in den Mittelpunkt, damit das nicht vergessen wird.
Ein großer Teil meines Lebens ist daraus entstanden: der Kampf für die Organspende.
Ein Thema, das Leben retten kann – und trotzdem immer noch viel zu wenig Platz in unserer Gesellschaft hat.
Und wenn ich dafür kritisiert werde, dann ist das ein Preis, den ich bereit bin zu zahlen.
Denn wenn durch Tims Geschichte auch nur ein Mensch mehr über Organspende nachdenkt oder eine Entscheidung trifft, dann hat es sich für mich schon gelohnt.
Ich habe aufgehört, es allen recht machen zu wollen.
Meine Trauer muss niemandem gefallen.
Sie ist einfach da.
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Quelle: Instagram,
Profilname: alex_lnfrmnn
Erstelldatum: 2026-03-15 16:04:03
