@katharina.wohlrab postete auf Instagram:

Die meisten Lebendorganspenden kommen von Frauen.
Und das sind keine „zufälligen“ Entscheidungen.

Weltweit sind etwa 60–65 % der Lebendnierenspendenden Frauen – in manchen Kontexten sogar deutlich mehr. Gleichzeitig erhalten Männer häufiger Organtransplantationen.

Diese Entscheidungen passieren bewusst.
Aber sie passieren nicht im luftleeren Raum.

Studien zeigen: Frauen spenden häufiger innerhalb der Familie – oft an Partner, Kinder oder enge Angehörige. Gleichzeitig übernehmen sie auch in anderen Bereichen den Großteil der Care-Arbeit.

Das wirft eine wichtige Frage auf:
Wie frei ist eine Entscheidung, wenn Verantwortung gesellschaftlich ungleich verteilt ist?

Denn viele Frauen wachsen mit der Erwartung auf, für andere zu sorgen, Verantwortung zu übernehmen und im Zweifel eigene Bedürfnisse hintenanzustellen. Diese sozialen Rollen hören nicht an der Grenze zur Medizin auf.

Organspende rettet Leben.
Aber echte Freiwilligkeit bedeutet auch, strukturellen Druck mitzudenken.

Quellen (Auswahl):
– Nephrology Dialysis Transplantation (2022): Gender disparities in living kidney donation
– American Journal of Nephrology: Systemische Faktoren bei Geschlechterunterschieden
– Transplantation Direct (2023): Sex & gender differences in living donation
– WHO: Gender and health equity

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Quelle: Instagram,
Profilname: katharina.wohlrab

Erstelldatum: 2026-04-09 13:45:00